Kanonebutzer

Ein uriger Geselle mit kraus-strubel Hoor und schaurig schöner Holzmaske!
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Bereits vor ca. 10 Jahren wurde von einigen jungen Mitgliedern der Wunsch geäußert eine zweite Maskengruppe ins Leben zu rufen. Im Jahr 2011 nahm der Wunsch dann konkrete Formen an. Janine Viek zeichnete einen Maskenentwurf der, nachdem die Vorstandschaft ihn für gut befunden hatte, von ihrem Vater Peter Viek geschnitzt wurde. Gleichzeitig legte Andrea Harnfest der Vorstandschaft sowie den zukünftigen “Kanonebutzer” einen Häsentwurf vor. Da man sich auf Grund der Bilder noch keine genaue Vorstellung des Häses machen konnte, beschloss man einen Mittelalterladen in Gießen zu besuchen. Die Fahrt lohnte sich in jeder Hinsicht, man fand in Gießen die gewünschten Häsutensilien wie Hose, Hemd, Wams und Umhang sowie viele Ideen das Häs zu gestalten. Nachdem nun alles so weit gediehen war und auch die Vorstandschaft ihr endgültiges ok gab, war der Kanonebutzer geboren. Man beschloss die neue Maskengruppe am 06.01.2012 den Mitgliedern und der Bevölkerung zu präsentieren. Die Präsentation war ein voller Erfolg. Mit mystischer Musik sowie Bengalbeleuchtung und Feuerwerk gelang es der Bengelschiesser-Zunft ihre neue Zunftfigur gebührend vorzustellen.

“Kanonebutzer Vorstellung”
D’ Baure kämpfed – so wie heut 1525 landesweit gege d’Stadtherrschaft, ‘s gemeine Volk hat sich vereint, bündelt zsamme Hoffnung, Mut und Kraft. D‘ Zeller Stadtherr verlangt all mee vu d‘ Böhringer – die hond jo viel Land, Gemarkung reicht vu Singe bis a de Bodensee. Etzt langt’s – s’Maß isch voll – bis übern Rand, Männer und Fraue, leged a die Hand, was d’Männer dond des isch jo klar, d‘ Fraue – Marketenderinnen – gnannt schlepped a de Proviant – war er auch rar. D’Böhringer Baure rüschtet uf, so manche Waffe kummt hervor, ä paar haued laut uf d’Trummle druf im Gleichklang prescht man jetzet vor. In Böhringen, da gibts au ein Geschütz mit Pulverkraft kämpft man sich vor mit Gusseiserne Kugeln, des ist kein Witz steht man kurz vor dem Zeller Tor. Und wir hören die Kanone knallen, Kugeln fliegen – treffen das Ziel los jetzt, putzen, laden, ballern, steht doch so viel aufm Spiel. Dann – es trifft uns tief ins Herz die Kugeln neigen sich dem End bremst ist aller Drang vorwärts ohne die nötige Munition in den Händ. 2, 3 Kugle – mehr sind’s nimme, war’s des – mit dem schönen Wald? noch mehr Steuern – nie mehr Gewinne?! Ein Schauer überläuft uns- heiß und kalt. Woher der Geistesfunke kam? Keiner weiß es so genau, statt Kugeln – man hölzerne Bengel nahm des kracht und qualmt wie vorher au. Aus Bauern mit Geschütz zu Feld werden – so will es die Gschicht Bengelschiesser – man bis heut erzählt doch – das Ende der Gschicht – ist des noch icht.

Auf einmal schreitet aus em Wald hervor mit schwerem starken Tritt, Gesellen mit kraus-strubel Hoor in die Bengelschiesser Mitt. Ja, gehört hat man schon viel von ihnen nein, gesehen hot sie keiner je im Unterholz-Dickicht tief drinnen seien se d‘ Wächter vom Böhringer Wald und See.Sie bringet sterweis Bengel mit wie geschaffe für d‘ Kanon, schwätze tun sie freilich itt wend helfe – unserm Bauernbataillon. Etzt wo’s um d‘ Böhringer Wald goht
hält au sie im Wald ninnt meh ä halbes Dutzend Geselle stoht um unsre Kanone im Karee doch it nur Bengel hond se dabei in ihre Händ – manch Werkezeug, butzet sie d‘ Kanon vum Ruße frei butzet alle – um d‘ Kanon gebeugt. Mit saubrem Rohr und bsundrem Zunder wilde Gselle – doch d‘ Kanon etzt blitz und blank, d‘ Bengelschiesser sind verblüfft – au‘ ä weng verwundert stoht mo z’mol z‘samme – im Pulver- und Kanone-Gstank.