Marketenderin

Marketenderin

So mancher Selbstgebrannte rettete über den einen oder anderen “kalten” Moment hinweg.

Immer wieder gern gesehen ist die Frauengruppe der Bengelschiesser-Zunft, dies nicht zuletzt auch aufgrund der Tatsache, dass ihre Körbe immer die andere oder andere Leckerei beherbergen. Diese werden aber nicht nur von den Kindern geschätzt. Immerhin hat so mancher Selbstgebrannte den einen oder anderen Narren vor dem Erfrieren gerettet. Die Marketenderinnen sind jedoch bekannt für Ihre Freigiebigkeit und verteilen ihre Schmankerl nicht nur bei Minustemperaturen. Was die Damen dazu bewegte, sich im Jahre 1964 offiziell als Gruppe an der Fasnacht zu beteiligen, ist bis heute nicht ganz geklärt und man weiß heute noch nicht, welchen Gerücht man glauben schenken darf. Wahrscheinlich wollten sie ihren besseren Hälften auch an der Fasnacht zur Seite stehen, zumal diese in ihrer Sturm- und Drang-Phase wohl für so manchen derben Streich zu haben waren. Kurzerhand wurde die Marketenderin als Begleiterin der Landsknechte ersonnen. Wohlgemerkt hatte die Gruppe nie das Selbstverständnis der “Aufpasserinnen” gegenüber ihren Männern. Sie hatten ebenso wie sie Spaß an der Fasnacht und haben bis heute die Freude daran nicht verloren. Nebenbei sei bemerkt, dass die Streichen Ihrer Männer auch in ihrer Anwesenheit nicht merklich weniger wurden.

Leider hatte die Gruppe in den vergangenen Jahren über Nachwuchssorgen zu klagen. Die weiblichen Vereinsmitglieder der ersten Stunde zählen mittlerweile auch zu den reiferen Jahrgängen, lassen es sich aber nicht nehmen mit vollem Engagement ihre Aufgaben zu bewältigen. Man denke da nur an das wohl beste, aber leider auch einzige Café in Böhringen, das sie in professioneller Weise schon seit über 20 Jahren anlässlich des Rummelplatzes auf dem Schulhof veranstalten. Dennoch ist es verständlich, dass nach jahrzehntelangem Mittun am Fasnachtsgeschehen der Wunsch besteht, etwas kürzer zu treten. Am 11. 11. 1998 fassten zehn engagierte Frauen sich ein Herz und traten bei der Gruppe der Marketenderinnen ein. Die „Neuen“ wurden sofort herzlich aufgenommen und der Begriff des „Generationsproblems“ war von Anfang an ein Fremdwort. Viele gemeinsame Unternehmungen außerhalb der Fasnet-Saison ließen die Gruppe noch mehr zusammenwachsen.

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Aufgrund dieses erfreulichen Zuwachses der Gruppe mussten natürlich neue Häser geschneidert werden. Dies wurde zum Anlass genommen, das Häs grundlegend zu überarbeiten, ohne seine bisherige und nach wie vor gefällige Erscheinungsform zu verändern. Es entstand ein trachtenähnliches Kleid mit Umhang, das überall, sowohl bei den Mitgliedern als auch bei der Bevölkerung Anklang gefunden hat. Die trägt Gruppe nach dieser Erneuerung noch mehr zu dem positiven Erscheinungsbild der Gesamtzunft bei.

Ansprechpartnerin

Daniela Brunner
Telefon 07732-970250