Narrenbrunnen der Bengelschiesser-Zunft

Narrenbrunnen

Ein Sinnbild für gelebtes Brauchtum und eine Bereicherung des Ortsbildes.

Im Jahre 1995 wurde in der Martinisitzung von den elf neu ernannten Ehrenmitgliedern der Wunsch geäußert, einen Narrenbrunnen zu verwirklichen. Diese Mitglieder – allen voran Bernhard Ruf und Walter Fischer – erklärten sich auch bereit, Organisation, Kostenbetreuung und Durchführung diese Projekts in die Hände zu nehmen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde 1996 ein Förderverein Bengelschiesser-Zunft 1910 Böhringen e.V. ins Leben gerufen. Viele Aktivitäten, Arbeitseinsätze, Bettelgänge sowie Verkauf von Bausteinen bildeten den finanziellen Grundstock. Das Grundstück vor dem Rathaus bot sich geradezu an, hier einen schmucken, zum Verweilen einladenden Platz zu schaffen.

In schweißtreibender Arbeit wurden an dem bisher etwas ungastlichen Ort 18 Tonnen Altbeton entfernt. Mit der Endsiegelungsmaßnahme wurden 100 m3 mehr Grünfläche gewonnen, hierauf wurden sechs neue Bäume gepflanzt. Schöpfer der Brunnenfiguren war der in Bankholzen lebende Künstler Friedhelm Zilly. Er stellte die beiden historischen Zunftfiguren – Bengelschießer und Marketenderin – in den Mittelpunkt. Zwischen ihnen zwinkert schalkhaft als dritte Figur das Böhringer Hänsele hindurch.

Das Brunnenbecken wurde – als etwas exotische Note – in China aus einem einzigen Granitblock gehauen. Ebenfalls aus chinesischem Granit ist die Kanone, die der Steinmetzmeister und Bengelschiesser Max Keller geschaffen hat. Pünktlich zum 90-jährigen Jubiläum im Jahr 2000 wurde der Narrenbrunnen feierlich und zum Stolz des Brunnenvereine, der Böhringer Narren und nicht zuletzt der gesamten Böhringer Bevölkerung eingeweiht. Alle waren und sind sich einig: Böhringen ist ein ganzes Stück schöner geworden.